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Börse: Dax fällt unter 11.000 Punkte

Die Angst vor zunehmenden Spannungen im Handelsstreit zwischen den USA und China haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag stark belastet. Der Dax verzeichnete die größten Tagesverluste seit zweieinhalb Jahren. Auslöser war die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Smartphoneherstellers Huawei in Kanada. Die USA fordern ihre Auslieferung. Der Streit belastet die Börsen weltweit. Auch in Asien und in den USA fielen die Kurse.

Der Dax stürzte unter die Marke von 11.000 Punkte und erreichte am Vormittag mit 10.884 Zählern den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Im weiteren Tagesverlauf stieg er wieder etwas an, blieb aber unter der 11.000-Punkte-Marke. Zuletzt notierte der Leitindex 3,48 Prozent tiefer bei 10.810,98 Punkten.

Seit
vergangenem Montag hat der Dax rund 5,5 Prozent verloren, im laufenden
Jahr sogar um rund 15 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen fiel am
Donnerstag um 2,46 Prozent auf 22.605,84 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 sank um 2,3 Prozent.

In den USA fielen die Leitindizes Dow Jones,
Nasdaq und S&P 500 zur Eröffnung am
Donnerstag um jeweils etwa 1,5 Prozent.

Vorwürfe gegen Huawei

In westlichen Industriestaaten gibt es schon länger Vorwürfe gegen Huawaei. Man befürchtet, durch das Unternehmen könne die chinesische Regierung Einfluss ausüben, spionieren und die nationalen Netze stören.

Jetzt kommen neue, politisch brisante Vorwürfe hinzu: Die in Kanada festgenommene Managerin, Meng
Wanzhou, soll Berichten zufolge gegen US-Sanktionen gegen den Iran verstoßen haben. Ähnliche Sanktionsverstöße
brachten in der Vergangenheit bereits dem zweitgrößten
chinesischen Netzwerkbauer ZTE scharfe Auflagen und
ein zwischenzeitliches US-Lieferverbot ein. Meng ist die Tochter des
Huawei-Gründers.

Wie das kanadische Justizministerium erst jetzt mitteilte, war Meng schon am Samstag
nach Aufforderung der US-Behörden in Kanada festgenommen worden – also am gleichen Tag, an dem US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen
Kollegen Xi Jinping auf dem G20-Gipfel in Argentinien zusammengekommen war. Anleger hätten nach dem Treffen der beiden
Politiker eigentlich auf Entspannung gehofft, sagte
Chefstrategie Linus Yip vom Investmenthaus First Shanghai
Securities. Entsprechend groß sei nun die Nervosität am Markt.

Huawei bestätigte die Festnahme und erklärte zugleich, keine
Kenntnisse von Vergehen der Finanzchefin zu haben. Die
chinesische Botschaft in Kanada forderte die umgehende
Freilassung von Meng. Ein Sprecher des chinesischen
Außenministeriums sagte, man habe Kanada wie auch die USA um
Aufklärung gebeten, aber bislang sei keine “Klarstellung”
erfolgt.

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