/Bayern gegen Borussia: Das wichtigste Bundesliga-Spiel seit sieben Jahren

Bayern gegen Borussia: Das wichtigste Bundesliga-Spiel seit sieben Jahren

Die
Zuschauerinnen und Zuschauer in München konnten kaum glauben, was
sie auf dem Spielfeld sahen. Der 1.FC Heidenheim, gegen den der FC Bayern
vor nicht all zu langer Zeit die Kickstiefel nicht mal angezogen hätte, war auf
dem Weg zum Sieg, zum 4:5. Dank einer Rettungstat des Bayern-Tormanns Sven Ulreich und einem dem Zufall entsprungenen Elfmeter auf der Gegenseite
kurz darauf gewannen die Bayern doch noch das spektakuläre Viertelfinale im
DFB-Pokal. Die bessere Spielidee aber hatte der Zweitligist. 

Die
Bayern zeigten auch noch eine andere Seite: Robert Lewandowski, Serge Gnabry, Thomas Müller und Leon Goretzka bilden noch immer die wohl beste
Offensivreihe der Bundesliga. Auch gegen Heidenheim muss man erst mal, trotz der 80 Minuten in Unterzahl, fünf Tore schießen – wie sie es taten. Die
Bayern erwischten einen spektakulär schlechten Tag, aber sie gewannen.

Ortswechsel,
Dortmund, voriger Samstag: Nach 90 Minuten stand ein gerechtes 0:0
zwischen der Borussia und dem VfL Wolfsburg. Nicht viel funktionierte
beim BVB, doch dann schoss in der Nachspielzeit der bis dahin
beinahe unsichtbare Paco Alcácer zwei Tore. Beide auf die krumme Art, aber
wieder mal gewann der BVB kurz vor Schluss und eroberte sich die
Tabellenspitze zurück. Die neue Dortmunder Last-Minute-Stärke war wieder
mal nötig geworden, sprach für den Glauben der Mannschaft an sich und
ihren Willen, erstmals oder endlich wieder was zu gewinnen. Einen Titel.

Am
Samstag um 18.30 Uhr steigt Bayern gegen Dortmund. Den Fans rast der
Puls, auch die deutschen Fußballfunktionäre schauen minütlich auf
ihre Uhren, wann das vorgezogene Endspiel um die Meisterschaft endlich losgeht. Sie
erleben das Finish der spannendsten Saison seit sieben Jahren, damals
wurde der BVB unter Jürgen Klopp zum letzten Mal Meister. In den beiden
Titeljahren 2011 und 2012 gewann er alle vier Duelle.

Bayern wurde seit 2013 immer Meister – und jetzt?

Seitdem
wurde immer Bayern Meister, sechsmal, jeweils mit mindestens zehn
Punkten Vorsprung, es waren auch mal über 20, manchmal im April, einmal
sogar im März. Dass dieses Jahr vieles anders ist und es auch in diesem
Spiel keinen eindeutigen Favoriten gibt, hat zwei Gründe: Bayern ist nicht
mehr so stark und Dortmund wieder besser. Und beide Teams haben viele
gute Fußballer, aber auch Fehler im System.   

Beachtliche
neun Punkte Rückstand hatten die Bayern in dieser Saison zwischendurch schon auf den BVB. Die haben sie wieder aufgeholt, bevor
sie vorige Woche durch das 1:1 in Freiburg wieder zwei einbüßten. 17-mal trafen sie in den drei Spielen zuvor. Sie demonstrierten
der Welt: Robert Lewandowski wird nie torsatt, Serge Gnabry setzt sich
immer besser durch, Thomas Müller ist nicht abzuschreiben und Leon Goretzka ein torgefährlicher Mittelfeldspieler. 

Und
im Mittelfeld sind die Bayern ihrer nationalen Konkurrenz technisch
überlegen, auch dem BVB, wie man schon bei ihrer 2:3-Niederlage in der
Hinrunde sehen konnte. Der Spanier Thiago und der Kolumbianer James Rodríguez haben feine Füße. Nimmt man nur die Summe individueller Qualität,
ist Bayern wohl ein wenig besser als Dortmund. 

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