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Missbrauchsaufklärung: Was in Deutschland jetzt passieren muss

Vier Experten sagen, was sie in Sachen Missbrauchsaufklärung erwarten.

17. März 2019, 15:39 UhrEditiert am 17. März 2019, 15:39 Uhr

Missbrauchsaufklärung: Frauen der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) demonstrieren während der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz für eine umfassende Missbrauchsaufklärung.

Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) demonstrieren während der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz für eine umfassende Missbrauchsaufklärung.
© Friso Gentsch/dpa

Als ehemalige Priester-Seminaristen 1995 Vorwürfe gegen den Wiener Kardinal Hans Hermann Groër erhoben, er habe sie sexuell missbraucht, entstand in Österreich die Kirchenvolksbewegung “Wir sind Kirche”. Wir forderten damals: mehr Mitsprache des Kirchenvolkes, Weihe von Frauen, Aufhebung des Pflichtzölibates und eine Reform der Sexuallehre. Heute glauben wir: Wären unsere Forderungen und die vieler anderer Reformgruppen rasch aufgegriffen worden, wäre vielen Betroffenen großes Leid erspart geblieben. Und die katholische Kirche wäre jetzt nicht in der größten Glaubwürdigkeitskrise seit der Reformation. Doch Papst Johannes Paul II., unterstützt von Joseph Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation, sperrte sich gegen alle Reformimpulse der Kirchenbasis und selbst der Bischöfe. Erst Papst Franziskus machte den Kampf gegen sexualisierte Gewalt zur Chefsache. Immer wieder ruft er in Erinnerung, dass auch die römisch-katholische Kirche eine synodale, also partizipative Kirche sein muss. Nach der weltweiten Erschütterung, die der Missbrauch durch Kleriker ausgelöst hat, ist es jetzt an den Bischöfen, auf das Kirchenvolk zu hören, wenn sie noch glaubwürdig die Botschaft Jesu vertreten wollen.

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