/Brasilien: Vale-Chef tritt nach Bergbautragödie zurück

Brasilien: Vale-Chef tritt nach Bergbautragödie zurück

Der Konzernchef des Bergbauunternehmens Vale und
weitere Führungskräfte sind fünf Wochen nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine
in Brasilien
zurückgetreten. Das Unternehmen schrieb am
Samstag
, es sei ein Abschied bis auf weiteres. Der Verwaltungsrat
habe das Rücktrittsgesuch des Vorstandvorsitzenden Fábio Schvartsman sofort akzeptiert. Zuvor hatte die
Staatsanwaltschaft dem Unternehmen empfohlen, ihn und andere
hochrangige Mitarbeiter zu entlassen.

Bei dem Dammbruch an einem
Rückhaltebecken im Bundesstaat Minas Gerais wurden im Januar
vermutlich mehr als 300 Menschen getötet und große Mengen an
giftigem Schlamm freigesetzt.

Zuletzt mehrten sich die Hinweise, dass der brasilianische
Konzern von einem erhöhten Bruchrisiko wusste. Zudem sollen sich
Inspektoren unter Druck gesetzt gefühlt haben, das Bauwerk als
sicher einzustufen. Der deutsche TÜV Süd hatte den Damm im
August 2018 geprüft und Maßnahmen zur Stabilisierung angeregt.

Erst vor vier Jahren hatte der Bruch eines von Vale betriebenen
Damms eine große Umweltkatastrophe in Brasilien verursacht.

Schvartsman bat den Verwaltungsrat in einem Brief, der
von der Zeitung Folha de S.Paulo veröffentlicht wurde, ihn
“vorübergehend” von seinem Posten zu entlassen. Zugleich
verteidigte er sein Vorgehen. Er sei fest davon überzeugt, dass
sein Handeln absolut angemessen und korrekt gewesen und er die
Sicherheitsnormen im Unternehmen beachtet habe. Den Konzern
führen soll nun einstweilen der Leiter der Sparte Basismetalle,
Eduardo Bartolomeo.

Der Damm an der konzerneigenen Mine
Córrego do Feijão war am 25. Januar geborsten. Etwa zwölf Millionen
Kubikmeter rötlichen Schlamms ergossen sich über die Stadt Brumadinho
und Teile angrenzender Siedlungen im Südosten des Landes. Der
Zivilschutz setzte die Zahl der offiziell bestätigten Toten zuletzt auf
186 hoch, weitere 122 Menschen gelten mehr als einen Monat nach der
Tragödie als vermisst. Die Ermittlungen der brasilianischen Justiz sind
noch nicht beendet.

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