/Demonstration in Frankreich: Mehr als 30.000 bei “Gelbwesten”-Demonstration

Demonstration in Frankreich: Mehr als 30.000 bei “Gelbwesten”-Demonstration

Die französischen Gelbwesten sind aus Protest gegen die Sozial- und
Steuerpolitik der Regierung den neunten Samstag in Folge in Paris und
anderen französischen Städten auf die Straße gegangen. Die Polizei rechnete landesweit
mit einer ähnlich hohen Beteiligung wie vor den Weihnachtstagen. Für
den 15. Dezember hatten die Behörden die Teilnehmerzahl mit 66.000
angegeben.

Vor
den neuerlichen Protesten mobilisierte die Regierung ein Großaufgebot
von 80.000 Sicherheitskräften, 5.000 davon allein in der Hauptstadt. Auch
kündigte sie härtere Gesetze gegen Randalierer an.

Die Pariser Demonstration verlief vom
Finanzministerium aus zum Triumphbogen an der Place de l’Étoile, wo sie
gegen frühen Abend enden sollte. Mehrere Tausend Demonstranten
marschierten zunächst friedlich bis zur Place de la Bastille, wo sie
regierungsfeindliche Parolen riefen. 

Am
Triumphbogen hätten Demonstrationsteilnehmende laut einer
Polizei-Sprecherin dann Wurfgeschosse in Richtung von Polizisten
geschleudert. Diese hätten daraufhin Tränengas gegen die
Demonstranten eingesetzt. Bis zum Nachmittag wurden laut Polizei 59
Menschen im Zusammenhang mit den Gelbwesten-Protesten festgenommen.
Zur Begründung hieß es, diese hätten
“verbotene Waffen” bei sich getragen oder seien Teil einer gewaltbereiten
Gruppe gewesen.

Macron kündigt einen Bürgerdialog an

Neu an diesem Samstag war eine für den Nachmittag
geplante größere Demonstration in Bourges im Zentrum Frankreichs. Dazu
aufgerufen hatte unter anderen Priscilla Ludosky, eine der frühen
Wortführerinnen des gemäßigten Flügels der Gelbwesten. Vor Beginn der
eigentlichen Demonstration wurden nach Angaben der Behörden 15 Personen
vorsorglich festgenommen. Die Polizei rechnete mit bis zu 3.000
Demonstranten.

Staatschef Emmanuel Macron kündigte unterdessen einen Bürgerdialog
an, der kommenden
Dienstag beginnen soll. Mehrere Vertreter der Gelbwesten lehnten dies
bereits im Vorfeld ab. “Wir wollen nicht mehr reden, wir
wollen Taten”, sagte eine aus dem Alpenort Albertville nach Paris
gereiste 34-jährige Gelbwesten-Trägerin.

Die Gelbwesten-Bewegung setzt der Regierung
Macron seit November zu. Bei ihren landesweiten Kundgebungen
demonstriert sie gegen Steuer- und Preiserhöhungen sowie für eine
verbesserte Kaufkraft der Franzosen. Ursprünglich hatte sich die
Bewegung gegen hohe Spritpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel
gerichtet. Später mischte sich in den Protest allgemeiner Unmut über die
Politik der Regierung.

Deren angekündigte milliardenschwere
Zugeständnisse,
die unter anderem mehr Geld für Mindestlohnbezieher und
Entlastungen für Rentner vorsehen, weisen die Demonstranten als
ungenügend zurück. Viele fordern weitere Steuersenkungen,
Volksabstimmungen nach schweizerischem Vorbild sowie den Rücktritt von Präsident Macron.

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