Die frühere Porno-Schauspielerin Stormy
Daniels muss an US-Präsident Donald Trump 293.000 Dollar an
Prozesskosten und Anwaltsgebühren zurückzahlen. Das ordnete ein
Gericht in Kalifornien an, wie der Sender CNBC
berichtete. Die Summe soll 75 Prozent von Trumps Anwaltskosten in dem
Fall abdecken, in dem Daniels dem Präsidenten Diffamierung
vorgeworfen hatte. Trumps Anwälte hatten laut New York Times
ursprünglich 389.000 Dollar gefordert, der Richter in Kalifornien
hielt diese Summe allerdings für übertrieben und senkte den Betrag
um 25 Prozent.
Trump hatte Daniels per Twitter Lügen
vorgeworfen, als sie reklamiert hatte, sie sei auf einem Parkplatz
von einem Mann aus dem Trump-Umfeld bedroht worden. Daraufhin klagte
Daniels gegen Trump. Das Gericht sah die Klage jedoch nicht als
gerechtfertigt an. Daniels’ Anwalt Michael Avenatti kündigte in
einer SMS an den Sender CNBC an, es liefen noch weitere Verfahren und
seine Mandatin werde keine Zahlungen leisten, weil noch weit höhere
Summen im Raum stünden.
“Vollständiger Sieg” für den Präsidenten
Trumps Anwalt Charles J. Harder sprach hingegen
von einem “vollständigen Sieg” für den Präsidenten.
Daniels behauptet, 2006 mit dem damals
verheirateten Trump eine Affäre gehabt zu haben, was dieser
bestreitet. In der Klage gab die 39-Jährige an, sie habe im Mai 2011
zugesagt, mit einem Magazin über ihr Verhältnis zu Trump zu
sprechen. Sie und ihre Tochter seien daraufhin von einem Mann bedroht
worden, der ihr gesagt habe: “Lass Trump in Ruhe. Vergiss die
Story.” Nach Trumps Wahl zum US-Präsidenten habe sie ein
Phantombild des Mannes anfertigen lassen und dieses Bild am 17. April
2018 veröffentlicht. Am Tag darauf schrieb Trump den Tweet, an dem
Clifford Anstoß nahm. Sie warf Trump in der Klage vor, sie der Lüge
und der Falschbeschuldigung bezichtigt zu haben. Der Tweet sei daher
“falsch und verleumderisch”.
Im Zentrum des Prozesses steht ein
Schweigegeld-Deal vor der Präsidentschaftswahl 2016. Daniels soll
eine Vereinbarung mit Trumps Anwalt Michael Cohen unterzeichnet
haben, worin sie sich verpflichtete, nicht über die angeblichen
Kontakte zu sprechen. Im Gegenzug erhielt sie eine Zahlung von
130.000 Dollar. Daniels will aus der Schweigegeld-Vereinbarung
aussteigen und zog deshalb vor Gericht.
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